Ergebnisse des Workshops: Zentrum für urbane Wiederaufbereitung

Am 06.12. veranstaltete Circular Berlin gemeinsam mit den CURE-Projektpartnern (TU Berlin - Lehrstuhl für Kreislaufwirtschaft und Recyclingtechnologien, Material Mafia und OMA e.V.) einen Workshop zum Thema Berlin Center for Urban REmanufacture. Bereits in der Vorbereitungsphase freuten wir uns über mehr als 100 Anmeldungen von lokalen NGOs, Initiativen, die sich mit Wiederverwendung oder Remanufacture beschäftigen, offenen Werkstätten, Wissenschaft, Design, Wohnungsunternehmen, Förderinstitutionen und dem öffentlichen Sektor. Die Resonanz und das Interesse an dem Thema waren außergewöhnlich. Es bestätigte die Annahme, dass Berlin mehr Zentren für Kreislaufwirtschaft braucht.



Unter anderem wollten wir erörtern, welche Art von Materialien in Berlin am ehesten wiederverwendet und wiederaufbereitet werden können, wie die lokale Gemeinschaft in Berlin in diesen Prozess eingebunden werden kann, welche Fähigkeiten und Potenziale bereits vorhanden sind und was noch entwickelt werden muss, wie die Arbeit im Bereich der Abfallvermeidung professionalisiert werden kann und wie Abfälle als Ressourcen genutzt werden können.

von Rie Sawara-Cermann

Vision für das Berliner Center for Urban REmanufacture (CURE)

Zentrum für urbane Wiederaufbereitung (CURE) ist ein Treffpunkt für alle, die sich für die improvisierte Wiederherstellung interessieren. Es ist ein Ort zum Experimentieren, an dem lokal verfügbare Sekundärmaterialien sortiert, gelagert und für die Wiederverwendung und/oder Wiederaufbereitung vorbereitet werden. Mit einem kreativen Ansatz zielen die CUREs darauf ab, Verwendungsmöglichkeiten für Materialien zu finden, die derzeit nicht wiederverwertet werden, und konzentrieren sich dabei auf bestimmte industrielle und gewerbliche Abfälle (z. B. Ressourcen, die bei Veranstaltungen, Theateraufführungen, Filmen, auf Baustellen, in großen Geschäftshäusern usw. anfallen) sowie auf Verbraucherprodukte, die nicht unter die derzeitigen Regelungen zur erweiterten Herstellerverantwortung fallen (z. B. Möbel, Textilien). Diese Zentren sollen als Vermittlungsstelle fungieren, um vorhandene Sekundärmaterialien mit dem lokalen Bedarf zu verknüpfen und auf diese Weise materielle Ressourcen vor Ort zurückzugewinnen. Die vier Schlüsselelemente für ihre Verwirklichung sind: 

  1. Verwendung von Sekundärmaterial
  2. Offene Werkstatträume
  3. Aufbau von Kapazitäten
  4. Unternehmertum
von Rie Sawara-Cermann

Was wir gemeinsam erreicht haben

Gemeinsam mit den Teilnehmern haben wir eine große Menge an Informationen darüber gesammelt, was sie sich von einem Berliner Zentrum für urbane Wiederaufbereitung wünschen und was sie oder ihre Organisationen konkret tun könnten. Dieses Material wird als Grundlage für zukünftige Co-Creation-Meetings dienen. 

Einige der Ergebnisse zeigen, dass ein großes Interesse an der Wiederverwendung/Wiederaufbereitung von Holz, Textilien und fairen Abfällen besteht. Die Zentren müssen offen sein und der internen Gemeinschaft Wissen über Materialien vermitteln, aber auch als Multiplikator für die Kreislaufwirtschaft in der Stadt dienen. Als interessantes Ergebnis wurde auch das Thema Lager und Logistik diskutiert. Die Schaffung eines physischen Lagers mit Abholbereich für Unternehmen ist ein Schlüsselaspekt und ein zentrales Ziel. Das physische Lager würde dienen für
Initiative und Materialbündelung, Sortierung und Inventarisierung.

Die Qualitätssicherung der verwendeten Materialien ist ebenfalls einer der wichtigsten Schritte. Die Prüfung und Bewertung von Materialien auf Sicherheit und Unbedenklichkeit ist wichtig für die Lagerung von Materialien. Ein solcher Ansatz kann als Gütesiegel für Unternehmen dienen, die stets über qualitativ hochwertige Altmaterialien verfügen.

von Rie Sawara-Cermann