Weißbuch: Interaktives Planungswerkzeug für multidisziplinäre Planung mit wiederverwendbaren Bauteilen

Die Bauwirtschaft steht vor der enormen Herausforderung, negative Umweltauswirkungen auf Klima und Ressourcenverbrauch deutlich zu reduzieren und neben der technischen Machbarkeit auch Anreize für diesen notwendigen Wandel zu entwickeln. Die zunehmende Ressourcenknappheit verlangt nach neuen und einfachen Lösungen, um verbrauchte Ressourcen aus Gebäuden mit geringen CO2-Emissionen zu entfernen und im Sinne einer Kreislaufwirtschaft in bestehende und neue Gebäude zu übertragen. Der damit verbundene Transformationsprozess ist gleichbedeutend mit einem Kulturwandel im Sinne einer “form follows resources availability” Architektursprache. Dieses Projekt schafft die technischen Voraussetzungen für einen solchen Wandel.

Unser Ansatz

Die Akteure des Bauens in einer besonderen Verantwortung und müssen diesem Materialverbrauch massiv entgegenwirken. Das CEWI-Projekt “Innovationsmotor Kreislaufwirtschaft”, das 2021 gestartet ist, bringt rund 30 Akteure aus der Baubranche zusammen, die neue Geschäftsmodelle zur Transformation der Bauindustrie von einer linearen in eine Kreislaufwirtschaft entwickeln. Diese Teilnehmer decken die gesamte Wertschöpfungs- kette von Architekten, Ingenieuren, Projektentwicklern, Bauherren, Zulieferern, Abbruch- und Bauunternehmen, Banken sowie verschiedenen Vereinen und Organisationen als auch Start Ups mit digitalen Lösungen ab.
Im Rahmen dieses Projekts arbeiten mehrere Akteure mit verschiedenen Hintergründen aus der gesamten Wertschöpfungskette des Bauens:

  • Industriepartner wie Architekturbüro, Ingenieurbüro und Bauherr (Partner und Partner, Circular Structural Design, Assiduus Development), die die Marktnachfrage sicherstellen können, und Verständnis für die derzeitigen Lücken in der Forschung und praktischen Anwendung der Wiederverwendung im Bauwesen haben.
  • Innovatoren, die sich mit der Digitalisierung des Bauprozesses und der Materialien beschäftigen (Madaster, Concular, Loopfront). Zwei der Unternehmen arbeiten bereits mit den wiederverwendeten Materialien und Bauteilen und haben Erfahrung in der digitale Werkzeugentwicklung.
  • NGO, Verband und nachhaltigkeitsfokussierte Dienstleistung (Circular City e.V., Abbruchverband Nord e.V., TÜV SÜD.), um den Mehrwert für soziale und ökologische Aspekten zu gewährleisten.

Die Vielfalt des Teams ermöglicht unterschiedliche Perspektiven, einschließlich sozialer und ökologischer Gesichtspunkte des Projekts. Das erste Zwischenergebnis dieses Konzepts wird in einem Buchkapitel “Concept for a generative design tool based on anthropogenic material stock” im Engineering Yearbook 2023 veröffentlicht.

Das Ergebnis

Ein digitales Planungstool als direktes Projektergebnis eröffnet neue Möglichkeiten für Planer, die mit Sekundärbaustoffen arbeiten. Basierend auf dem Planungsansatz “form follows resources availability” hilft das Tool, Komponenten des “anthropogenen Bestands” in den Entwurf zu integrieren und Entwürfe nach Ressourcen- und Emissionsaspekten zu optimieren.

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