Am 20.11. veranstaltete Circular Berlin zusammen mit dem EIT Climate-KIC einen Workshop zum Thema Circular Construction. Ziel war es u.a., aktuelle Herausforderungen für diesen Bereich zu diskutieren und welche Potenziale es gibt, das Berliner Bauen auf die Kreislaufschiene zu setzen.
Zirkuläres Bauen ist ein Ansatz, der viele Diskussionen und die Einbeziehung verschiedener Interessengruppen erfordert. Unser Ziel war es, Experten aus der Industrie, den Berliner Kommunen und der Wissenschaft zusammenzubringen, um die Lücken im Bausektor in den Kernbereichen der Wertschöpfungskette zu diskutieren und sich auf die derzeit laufenden großen Bauprojekte wie Schulbaupläne, bezahlbare Wohnungen und Stadtteilentwicklung zu konzentrieren.
Gemeinsam mit Climate-KIC hatten wir die Ehre, unter den Gästen und Co-Moderatoren Andrea Klinge vom ZRS, Jan Herres vom Berliner Senat Stadtentwicklung und Wohnen, Silke Ackermann von der WBM, Stefan Schautes von der HOWOGE und Georg Hubmann von der TU Berlin begrüßen zu dürfen.

Im ersten Teil des Workshops konzentrierten wir uns vor allem auf die folgenden Schritte: Finanzinstrumente des Kreislaufbaus; Bauplanung und Materialien; Ende der Lebensdauer, Materialrecycling und Rückbau.
Besonders hervorgehoben wurde der Bedarf an der Entwicklung eines Nutzungsmodells für die Gebäude und an partizipativen Ansätzen. Während der gesamten Diskussion wurde die Lücke klar erkannt: Die Immobilienbranche muss die Gebäudenutzer während der Bauphase aktiv in den Prozess einbeziehen. Die Herausforderung besteht auch darin, geeignete Geschäftsmodelle mit LCA- und LCM-Methoden zu berechnen.
Es wurde ein hoher Bedarf an der Ausbildung auch für Kommunen festgestellt. Kreislaufbau als Thema ist noch sehr neu und bedarf weiterer Klärung für das Personal. Um kreislauforientiertes Bauen in der Stadt zu realisieren, müssen Materialdatenbank und Katalog von Sekundärmaterialien aufgebaut und wahrscheinlich auch von der Stadtverwaltung überwacht werden. Dabei könnte die digitale Technik wesentliche Unterstützung bringen. Um das Wissen über Materialien zu sammeln, ist ein Zwischenraum für die Lagerung, das Matchmaking und den Austausch von Materialien eine wünschenswerte und einfach zu implementierende Lösung. Sie ermöglicht es auf Bezirksebene, den lokalen Materialaustausch und die Sortierung ohne Ferntransport zu fördern.

Im zweiten Teil des Workshops diskutierten wir auch das Berliner Schulinfrastrukturprojekt. Das Projekt sieht die Sanierung/Wartung und den Bau von 60 Schulen in Berlin vor. Die Stadtverwaltung verfolgt zwei Ansätze: modulare Bauweise und Standardbauweise (typisch). Für den Bau würde der BNB-Silberstandard verwendet werden.
Die Rolle der Gebäudenutzung und des Partizipationsprozesses stand im Mittelpunkt der Diskussion, was beim Kreislaufbau nicht immer berücksichtigt wird. Es wurde klar festgestellt, dass öffentliche Gebäude wie Schulen ein anderes kreislauforientiertes Geschäftsmodell in Bezug auf die Raumnutzung erfordern als Wohngebäude. Bei Wohngebäuden sollte der Schwerpunkt auf einer gemischten und flexiblen Gebäudenutzung liegen.
Ein komplexes Thema in der Diskussion war die Entwicklung von Stadtvierteln, die über den reinen Gebäudekreis hinausgehen. Es blieb die Frage offen, wie mit bereits bestehenden Stadtvierteln umgegangen werden soll, die vor langer Zeit errichtet wurden. Und dies ist die Ebene, auf der ein Multi-Stakeholder-Dialog ein wesentlicher Bestandteil des Prozesses ist.





