Berlins neues Labor für Sekundärstoffe - Haus der Materialisierung

Das Haus der Materialisierung ist Berlins neues Labor für Sekundärstoffe. Als Circular Berlin sind wir am Aufbau beteiligt und können von der Frontlinie berichten. Hier gibt es einen kleinen Einblick, worum es geht, wo wir stehen und was uns in naher Zukunft erwartet.

Sekundäre, gebrauchte Materialien gibt es in Hülle und Fülle - sei es für den Bau, für Produkte, für die Kunst oder für Textilien. In den meisten Fällen übertreffen sie die Verwendung neuer Materialien unter Umweltgesichtspunkten um ein Vielfaches (da sie nicht mehr abgebaut und hergestellt werden müssen). Dennoch werden neue Waren und Materialien in der Regel gegenüber gebrauchten bevorzugt. Dafür gibt es mehrere Gründe: fehlende Informationen über die Qualität und Herkunft der Materialien, fehlende Ideen und Kenntnisse über bessere Verwendungsmöglichkeiten für Materialien, fehlende effiziente Tauschmärkte, fehlende Investitionen in diesem Sektor, fehlendes Bewusstsein für Alternativen auf der Verbraucherseite - um nur einige zu nennen.

Der Plan

Das Haus der Materialisierung ist ein Gemeinschaftsprojekt von mehr als 15 Initiativen, die sich zusammengeschlossen haben, um die oben genannten Probleme anzugehen. Es ist ein One-Stop-Shop für Tauschbörsen und Sammler (Material-Mafia, Kunst-Stoffe, cosum), Kreative (Frickel-Atelier, Mitkunstzentrale, HabibiShip), Werkstätten (Holz, Metall, Textilien), NGOs (Circular Berlin), Forschungsinstitute (TU Berlin), eine vollständige Liste der teilnehmenden Initiativen kann eingesehen werden hier, mit dem gemeinsamen Ziel, die Verwendung von Sekundärmaterialien zur gängigen Praxis zu machen.

Kreative und Werkstätten können die über die Tauschbörsen eingehenden Materialien verwenden. Forscher können die Eigenschaften und neuen Verwendungsmöglichkeiten der Materialien untersuchen. Und all dieses Wissen kann durch praktische Arbeit, Workshops und Veranstaltungen weitergegeben werden. Im Rahmen eines von der Deutschen Bundesstiftung für Umwelt (DBU) geförderten Projekts wollen wir

  • Drastische Erhöhung des Durchsatzes von Sekundärmaterialien
  • Schaffung und Umsetzung eines Rahmens zur Messung der Umwelteinsparungen durch Sekundärmaterialien im Vergleich zur Verwendung neuer Materialien
  • Erforschung neuer Anwendungsfälle für 3 ausgewählte Materialtypen
  • Einbindung der lokalen Gemeinschaft durch eine Reihe von informativen und bildenden Aktivitäten

Wo wir stehen

Bei Circular Berlin entwarfen und bauten wir hausdermateriaisierung.org, der offiziellen Website des Projekts. Außerdem entwickeln wir ein Open-Source-Inventarisierungstool für Material Mafia, das mit einem digitalen Marktplatz für gebrauchte Waren (Restado). Wir entwickeln auch eine Methode zur Abschätzung der Umweltauswirkungen von Sekundärmaterialien im Vergleich zur Verwendung von Primärmaterialien.

Engagiere dich

Das Haus der Materialisierung wird am 16. September im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des Hauses der Statistik offiziell für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Lernen Sie im September bei der offiziellen Eröffnungsveranstaltung die Gesichter hinter dem Haus der Materialisierung kennen. Sie können sich auch anmelden hier für aktuelle Informationen über die Eröffnungsveranstaltung und weitere Informationen über die Initiative auf ihrer Website.

Wenn Sie die Veranstaltung nicht abwarten können und einen Beitrag zu den Aktivitäten des Hauses der Materialisierung leisten wollen - sei es als Privatperson oder als Organisation - dann Kontakt die Initiative direkt zu unterstützen.